Archiv der Kategorie 'Philosophisch'

14. November 2008Wen liebst Du mehr?

Der größte Fehler ist wohl zu versuchen, dem Anderen gerecht zu werden: ihm hinterher zu rennen, zu versuchen, seinen Anforderungen, Ansprüchen genügen zu können. Und das nun sei hier nicht einfach so dahergesagt.

Woher kommt dieser Wunsch, sich nach anderen richten zu wollen? Der Grund mag sein: Angst. Angst, nicht ohne denjenigen leben, auskommen zu können. Oder auch nur: nicht so glücklich ohne ihn zu sein — jedenfalls: ihn zu brauchen.

Man macht sich abhängig von ihm.

Und damit ist auch nicht die Liebe (oder, wem im Falle eines Freundes jenes Wort nicht passt: die Zuneigung, oder Sympathie) zu ihm der Auslöser für die Wünsche, ihm zu genügen — sondern die Liebe zu Dir selbst. Du versuchst, glücklich zu werden, in dem du ihm genügst. Deine Ziele magst du erreichen, indem du ihm gerecht zu werden versuchst.

Selbstliebe statt Liebe zu einem Anderen.

(Sie lasen: Gedanken während der Lektüre von Coelhos “Der Zahir”.)

18. June 2008Von der ewigen Suche

Eine Parabel, geschrieben am 07. März 2006. - weiter lesen -

20. September 2007Glücklich & Schön

Ich bin ja manchmal erstaunt, was manche Leute so als schön bezeichnen, wann es ihnen gut geht — und vorallem bin ich erstaunt, wie unterschiedlich die Auffassungen darüber sind.

Man nehme mich: mir geht es gut — so richtig gut — wenn ich ein paar Tage mit einer Hand voll Freunde in einer abgelegenen Hütte im Thüringer Wald verbringe, inmitten von Schnee; das Licht kommt mangels elektrischem Strom von Kerzen, das Wasser wird jeden früh mittels Kanistern von einer 500 Meter entfernten Trinkwasserquelle geholt, und zu Essen gibt es Wurstbrote oder Linseneintopf aus der Büchse. Früh aufstehen, viel Bewegung, abends gemütliches Beisammensein bei einem Bierchen, einem Kartenspiel oder Gesang.

Andere hingegen würden in dieser Umgebung eingehen, wahnsinnig werden. Dort siedelt sich das Gut-gehen-lassen irgendwo an bei einem weichen Bett, gutem Essen, langem Ausschlafen, Shoppen, Clubbing, Kulturschock und Ähnlichem.

Also, man verstehe mich nicht falsch. Nicht, dass mir letzteres Szenario nicht auch gefallen würde; nur… Irgendwie macht es mich nicht vollkommen glücklich, irgend etwas fehlt immer unterschwellig: das Einfache.

Woher rühren bloß solche Unterschiede?

22. July 2007Freiheit?

Freiheit? Wieso immer Freiheit? Wieso immer mehr und mehr, soviel man kann?

Wieso nicht Beschränktheit? Oder, freiwillige Selbstbeschränkung? Wieso nicht Bescheidenheit? Die Bescheidenheit, nur so viel Freiheit zu beanspruchen und zu nutzen, wie man kann? Oder, wie man braucht? Oder, noch besser: nur so viel zu nutzen, wie unbedingt nötig?

17. July 2007Vom Schwunde der Bewunderung

So viele Menschen gab es früher, welchen ich nachstreben wollte, die ich bewunderte — sie bewunderte ob ihrer Freunde, ihrer Normalität, oder auch ob ihrer Fähigkeit, sich ach so leicht ins soziale Kollektiv einzufügen.

Und heute? Bewunder ich nun nicht mich selbst am Meisten? Oder, bewunder ich noch einzig solche Leute, die’s zu etwas gebracht haben? Professoren und Geschäftsmänner da allen voran?

Natürlicher Wandel von Pupertät zu Erwachsen sein, oder wachsende Selbstsucht und Egoismus?

Und, die Konsequenzen?