27. August 2010Glück und Liebe
Einfach jede Liebe, die man finden kann und empfinden, einfach jedes Glück, das man irgendwo erhaschen kann oder verbreiten; jedes noch so vorübergehende Quäntchen Gnade: Hauptsache, es funktioniert!
Gemeinsam aber
ist allen Menschen, die des guten Willens sind, dieses:
daß unsere Werke uns am Ende beschämen,
daß wir immer wieder von vorn beginnen müssen,
daß das Opfer immer neu gebracht werden muß.
Hermann Hesse
Einfach jede Liebe, die man finden kann und empfinden, einfach jedes Glück, das man irgendwo erhaschen kann oder verbreiten; jedes noch so vorübergehende Quäntchen Gnade: Hauptsache, es funktioniert!
Dies hier kam eben über das ICQ hereingezwitschert:
bin halt nich son spießer wie du, der irgendwelche bücher liest, obwohl er nich im zug sitzt ^^
Schlimm, wenn Kultur und Intelligenz als spießig, wenn Bücher als pures Werkzeug zum Totschlagen der Zeit aufgefasst werden, wenn Musik als etwas gilt, das die Leere im Kopf übertönen kann. Schrecklich, wenn Geist, Wissen, Träume und Gefühle zum puren Zeitfüllprogramm verkommen.
Grauenhaft, wenn dann das größte Problem des Alltags darin besteht, irgendwie die Zeit herum zu bekommen, wenn man Fernsehen schauen und Bücher lesen muss, weil man sonst nichts mit sich anzufangen weiß; ja, wenn der Mensch zur Zeittotschlagmaschine wird.
Die wenigsten Leute mögen richtige Diskussion. Die wenigsten mögen es, die Themen richtig auszuschlachten, bis sie ins kleinste Organ, bis zur kleinsten Sehne zerlegt und in einer riesigen Blutlache vor ihnen ausgestreckt liegen.
Die meisten zieren sich ja schon davor, auch nur das Fell des Themas anzurühren…
Was ich am Wortspiel mag, ist weniger das Wort, das sich als Produkt des ganzen schließlich auf’s Papier geschmiert wiederfindet; vielmehr ist es das Spiel an sich, das Spinnen, und die Idee, die dahintersteht.
Wie bei einem Ball: was Spaß macht, ist nicht der Ball als solcher, sonder das Spiel mit ihm. Wer den Ball nicht spielt, wird ihn nicht mögen…