Archiv der Kategorie 'Persönlich'

20. September 2007Glücklich & Schön

Ich bin ja manchmal erstaunt, was manche Leute so als schön bezeichnen, wann es ihnen gut geht — und vorallem bin ich erstaunt, wie unterschiedlich die Auffassungen darüber sind.

Man nehme mich: mir geht es gut — so richtig gut — wenn ich ein paar Tage mit einer Hand voll Freunde in einer abgelegenen Hütte im Thüringer Wald verbringe, inmitten von Schnee; das Licht kommt mangels elektrischem Strom von Kerzen, das Wasser wird jeden früh mittels Kanistern von einer 500 Meter entfernten Trinkwasserquelle geholt, und zu Essen gibt es Wurstbrote oder Linseneintopf aus der Büchse. Früh aufstehen, viel Bewegung, abends gemütliches Beisammensein bei einem Bierchen, einem Kartenspiel oder Gesang.

Andere hingegen würden in dieser Umgebung eingehen, wahnsinnig werden. Dort siedelt sich das Gut-gehen-lassen irgendwo an bei einem weichen Bett, gutem Essen, langem Ausschlafen, Shoppen, Clubbing, Kulturschock und Ähnlichem.

Also, man verstehe mich nicht falsch. Nicht, dass mir letzteres Szenario nicht auch gefallen würde; nur… Irgendwie macht es mich nicht vollkommen glücklich, irgend etwas fehlt immer unterschwellig: das Einfache.

Woher rühren bloß solche Unterschiede?

17. July 2007Vom Schwunde der Bewunderung

So viele Menschen gab es früher, welchen ich nachstreben wollte, die ich bewunderte — sie bewunderte ob ihrer Freunde, ihrer Normalität, oder auch ob ihrer Fähigkeit, sich ach so leicht ins soziale Kollektiv einzufügen.

Und heute? Bewunder ich nun nicht mich selbst am Meisten? Oder, bewunder ich noch einzig solche Leute, die’s zu etwas gebracht haben? Professoren und Geschäftsmänner da allen voran?

Natürlicher Wandel von Pupertät zu Erwachsen sein, oder wachsende Selbstsucht und Egoismus?

Und, die Konsequenzen?

12. May 2007Zu viel Sinn

Wenn ich tief traurig bin und betrübt; der einst so schöne Tag trist und schwarz geworden ist, und ich im Zug verzweifelt vor mich hin dämmer — da plötzlich erklettert ein kleines Kind seinen Sitz und grinst mich freundlich an aus großen, blauen Augen, und im selben Moment bricht die Sonne durch die grauen Wolken und leuchtet in mein Angesicht, und ich denke plötzlich, dass alles nur halb so schlimm ist, noch nichts verloren ist; da verschwinden auch in mir die so schweren, tiefschwarzen Regenwolken.

In Momenten wie diesen macht alles einfach nur zu viel Sinn, als dass es keinen Gott geben könnte!

12. May 2007Verdrängen

Ich glaube nicht mehr an Narben in dir — es verändert dich, es prägt dich. Ob zum Guten oder zum Schlechten ist eine andere Frage. Was du gegen diese Prägung tun kannst, ebenfalls. Und noch eine Frage: was wäre, wenn du es nicht verdrängt, sondern verarbeitet hättest?

11. November 2006Zugfahrten (I)

Jenes Mädchen aber war jemand der sich förmlich in sein Buch verkroch, wie eine Katze, sich in den Korb kuschelnd, versinkt sie in dem in dünner Pappe gebundenem Stück Literatur, die blonden Haare das Buch zärtlich streichelnd; der gelbe Schal, der ihren Hals umschmiegt und sich dick über den schwarzen Pullover legt erzeugt ein Gefühl von Wärme und Geborgenheit…