Archive for the ‘Momente’ Category

Zu viel Sinn

Samstag, Mai 12th, 2007

Wenn ich tief traurig bin und betrübt; der einst so schöne Tag trist und schwarz geworden ist, und ich im Zug verzweifelt vor mich hin dämmer — da plötzlich erklettert ein kleines Kind seinen Sitz und grinst mich freundlich an aus großen, blauen Augen, und im selben Moment bricht die Sonne durch die grauen Wolken und leuchtet in mein Angesicht, und ich denke plötzlich, dass alles nur halb so schlimm ist, noch nichts verloren ist; da verschwinden auch in mir die so schweren, tiefschwarzen Regenwolken.

In Momenten wie diesen macht alles einfach nur zu viel Sinn, als dass es keinen Gott geben könnte!

Realität

Freitag, April 20th, 2007

Du siehst deine Hand, betrachtest die Falten, die Strukturen, den Verlauf der Adern…

Sicher, es kommt dir alles so verdammt real vor. Doch vielleicht liegt das nur daran, dass gerade irgendwo irgendwer in irgend einem Buch einen Satz liest, der in etwa lautet: “Er sah seine Hand an, betrachtete die Falten, die Strukturen, den Verlauf der Adern… Und alles wirkte auf ihn so verdammt real.

Zugfahrten (II)

Freitag, November 17th, 2006

Da, im Licht der einsam das Schwarz erhellenden Laterne ein Schatten – mag es ein Baum sein, so sieht es doch aus wie eine große Gestalt im langen dunklen Umhang, die mit gesenktem Haupt und das Gesicht zur Laterne hin halb im Kegel des Lichts verharrt, sei es die Umgebung zu beobachten, sei es, auf die Dame zu warten – jene im roten Kleid…

Zugfahrten (I)

Samstag, November 11th, 2006

Jenes Mädchen aber war jemand der sich förmlich in sein Buch verkroch, wie eine Katze, sich in den Korb kuschelnd, versinkt sie in dem in dünner Pappe gebundenem Stück Literatur, die blonden Haare das Buch zärtlich streichelnd; der gelbe Schal, der ihren Hals umschmiegt und sich dick über den schwarzen Pullover legt erzeugt ein Gefühl von Wärme und Geborgenheit…