Archiv der Kategorie 'Momente'

27. March 2008Mord im Hotelzimmer

Der Mord im Hotelzimmer. Wie klischeehaft einem dies doch angesichts einer Nacht in eben solch einer Räumlichkeit erscheint. Wie…. möglich.

Nur eine Spur Verfolgungswahn, und man sieht es vor sich, wie im Film: Den schlechten Krimi im Fernseher abschalten. Das Fenster öffnen, durch das er dich beobachtet. Die Tür verschließen, durch die er (mittels Generalschlüssel; der Mörder ist schließlich immer der Gärtner) kommen wird. Dein müdes Gesicht im Spiegel beobachten, beim Zähneputzen - neben der Dusche, in der du liegen wirst. Die abgepackte Seifenportion.

Das Handy ins Ladegerät stecken, mit dessen Kabel er dich erdrosseln wird.

Hinlegen, Licht aus.

Gut’ Nacht.

(geschrieben am: 23.09.2007)

11. March 2008Von den Errungenschaften der modernen Zivilisation

Oh, sicherlich! Es könnte viel schlimmer sein, viel folgenreicher, fataler, kolossaler. Lebensbedrohlicher. Mir persönlich reicht’s so schon vollkommen.

Mit gepackten Koffern sitze ich hier, in der Fehlannahme die Züge führen stündlich, am Geraer Hauptbahnhof und warte auf den nur zwei-stündlich fahrenden Zug; den letzten (laut Internetfahrplan recherchiert) verschmähte ich zugunsten des Kehrens und des Blumengießens.

Aber, nicht verzagen! Auch in solch einer kolossalen Notsituation bietet uns unsere moderne Zivilisation Errungenschaften, die jede Niederlage zu einem Sieg erstrahlen lassen. In meinem Fall: die original Knusperflocken aus dem Bahnsteigssüßigkeitenautomaten. Glückwunsch!

(Geschrieben am: 24.06.2007)

5. July 2007Das große Abenteuer

Ein Jahr lang reist er quer durch Asien, war in Australien und Kambodscha, im Himalaya und an den Korallenriffen Malaysias — er hat das Abenteuer gesucht. Doch was er gefunden hat, das scheint wertvoller als jeder Indiana Jones.

Viele Grüße an Rico an dieser Stelle! ;)

12. May 2007Zu viel Sinn

Wenn ich tief traurig bin und betrübt; der einst so schöne Tag trist und schwarz geworden ist, und ich im Zug verzweifelt vor mich hin dämmer — da plötzlich erklettert ein kleines Kind seinen Sitz und grinst mich freundlich an aus großen, blauen Augen, und im selben Moment bricht die Sonne durch die grauen Wolken und leuchtet in mein Angesicht, und ich denke plötzlich, dass alles nur halb so schlimm ist, noch nichts verloren ist; da verschwinden auch in mir die so schweren, tiefschwarzen Regenwolken.

In Momenten wie diesen macht alles einfach nur zu viel Sinn, als dass es keinen Gott geben könnte!

20. April 2007Realität

Du siehst deine Hand, betrachtest die Falten, die Strukturen, den Verlauf der Adern…

Sicher, es kommt dir alles so verdammt real vor. Doch vielleicht liegt das nur daran, dass gerade irgendwo irgendwer in irgend einem Buch einen Satz liest, der in etwa lautet: “Er sah seine Hand an, betrachtete die Falten, die Strukturen, den Verlauf der Adern… Und alles wirkte auf ihn so verdammt real.