13. November 2011stumm
Ein Gedicht im Oktober 2011. - weiter lesen -
Ein Gedicht im Oktober 2011. - weiter lesen -
Dies hier kam eben über das ICQ hereingezwitschert:
bin halt nich son spießer wie du, der irgendwelche bücher liest, obwohl er nich im zug sitzt ^^
Schlimm, wenn Kultur und Intelligenz als spießig, wenn Bücher als pures Werkzeug zum Totschlagen der Zeit aufgefasst werden, wenn Musik als etwas gilt, das die Leere im Kopf übertönen kann. Schrecklich, wenn Geist, Wissen, Träume und Gefühle zum puren Zeitfüllprogramm verkommen.
Grauenhaft, wenn dann das größte Problem des Alltags darin besteht, irgendwie die Zeit herum zu bekommen, wenn man Fernsehen schauen und Bücher lesen muss, weil man sonst nichts mit sich anzufangen weiß; ja, wenn der Mensch zur Zeittotschlagmaschine wird.
Manchmal denk’ ich an die Zeit
denk’, wie glücklich wir gelebt
Manchmal denk’ ich, es wär’ Zeit
dass einer mal die Zeit rückdreht
Manchmal denk’ ich was gewesen
und wein’ dem Glücke hinterher
Manchmal denk’ ich wie’s gewesen
und denk’, ich möchte nimmermehr
Manchmal möcht’ ich nimmermehr
denken was gewesen
Möcht’ vergessen all die Zeit
dass nur die Zukunft mir noch bleibt
denn die kann keiner lesen.
Das, was man meint, und das, was ankommt, sind leider viel zu oft zwei vollkommen unterschiedliche Dinge…
Der größte Fehler ist wohl zu versuchen, dem Anderen gerecht zu werden: ihm hinterher zu rennen, zu versuchen, seinen Anforderungen, Ansprüchen genügen zu können. Und das nun sei hier nicht einfach so dahergesagt.
Woher kommt dieser Wunsch, sich nach anderen richten zu wollen? Der Grund mag sein: Angst. Angst, nicht ohne denjenigen leben, auskommen zu können. Oder auch nur: nicht so glücklich ohne ihn zu sein — jedenfalls: ihn zu brauchen.
Man macht sich abhängig von ihm.
Und damit ist auch nicht die Liebe (oder, wem im Falle eines Freundes jenes Wort nicht passt: die Zuneigung, oder Sympathie) zu ihm der Auslöser für die Wünsche, ihm zu genügen — sondern die Liebe zu Dir selbst. Du versuchst, glücklich zu werden, in dem du ihm genügst. Deine Ziele magst du erreichen, indem du ihm gerecht zu werden versuchst.
Selbstliebe statt Liebe zu einem Anderen.
(Sie lasen: Gedanken während der Lektüre von Coelhos “Der Zahir”.)