14. November 2008Wen liebst Du mehr?
Der größte Fehler ist wohl zu versuchen, dem Anderen gerecht zu werden: ihm hinterher zu rennen, zu versuchen, seinen Anforderungen, Ansprüchen genügen zu können. Und das nun sei hier nicht einfach so dahergesagt.
Woher kommt dieser Wunsch, sich nach anderen richten zu wollen? Der Grund mag sein: Angst. Angst, nicht ohne denjenigen leben, auskommen zu können. Oder auch nur: nicht so glücklich ohne ihn zu sein — jedenfalls: ihn zu brauchen.
Man macht sich abhängig von ihm.
Und damit ist auch nicht die Liebe (oder, wem im Falle eines Freundes jenes Wort nicht passt: die Zuneigung, oder Sympathie) zu ihm der Auslöser für die Wünsche, ihm zu genügen — sondern die Liebe zu Dir selbst. Du versuchst, glücklich zu werden, in dem du ihm genügst. Deine Ziele magst du erreichen, indem du ihm gerecht zu werden versuchst.
Selbstliebe statt Liebe zu einem Anderen.
(Sie lasen: Gedanken während der Lektüre von Coelho’s “Der Zahir”.)



