Glücklich & Schön

Ich bin ja manchmal erstaunt, was manche Leute so als schön bezeichnen, wann es ihnen gut geht — und vorallem bin ich erstaunt, wie unterschiedlich die Auffassungen darüber sind.

Man nehme mich: mir geht es gut — so richtig gut — wenn ich ein paar Tage mit einer Hand voll Freunde in einer abgelegenen Hütte im Thüringer Wald verbringe, inmitten von Schnee; das Licht kommt mangels elektrischem Strom von Kerzen, das Wasser wird jeden früh mittels Kanistern von einer 500 Meter entfernten Trinkwasserquelle geholt, und zu Essen gibt es Wurstbrote oder Linseneintopf aus der Büchse. Früh aufstehen, viel Bewegung, abends gemütliches Beisammensein bei einem Bierchen, einem Kartenspiel oder Gesang.

Andere hingegen würden in dieser Umgebung eingehen, wahnsinnig werden. Dort siedelt sich das Gut-gehen-lassen irgendwo an bei einem weichen Bett, gutem Essen, langem Ausschlafen, Shoppen, Clubbing, Kulturschock und Ähnlichem.

Also, man verstehe mich nicht falsch. Nicht, dass mir letzteres Szenario nicht auch gefallen würde; nur… Irgendwie macht es mich nicht vollkommen glücklich, irgend etwas fehlt immer unterschwellig: das Einfache.

Woher rühren bloß solche Unterschiede?

4 Reaktionen zu “Glücklich & Schön”

  1. kickino

    Naja. Erziehung. Freundeskreis. Erfahrungen. Soziales Umfeld. Gesellschaftliches Umfeld.

    Wahrscheinlich fühlen sich deine Freunde auch wohler im Einfachen.

    Obwohl deine Bps. zw. Einfachheit und “Normalität” noch nichtmal gegensätzlich sind oder weit auseinander liegen. Es gibt sicher noch krasserer Unterschiede, wenn man an “Super-Reiche” und Kitsch denkt. Dann bevorzuge ich klar auch das Einfache.

    Ausserdem ist wahrscheinlich das “Normale” bei uns eh schon “Normalität”. Vllt zieht es dich deshalb gerade ins Einfache.

  2. Jackettfritze

    Erziehung. Freundeskreis. Erfahrungen. Soziales Umfeld. Gesellschaftliches Umfeld.” — Naja. Dass es irgendwo eine Ursache hat, war mir schon klar ;)

    Außerdem sind es gerade die kleineren Beispiele, die am interessantesten sind. Unterschiede zwischen Arm und Reich gibt es von Geburt an, aber innerhalb eines Freundeskreises stammt man meist aus den selben Kreisen. Wieso also wollen es sich die einen mal so richtig schön gut gehen lassen, sich den Wanst vollhauen und nicht aufs Geld schauen, und die anderen - ganz im Gegenteil - lieber ganz einfach und still leben und sich dafür ordentlich verausgaben?

    (Jajajaaa. Gründe dafür gibt es genug. Die Frage selbst ist ja auch eher rhethorisch… :) )

  3. kickino

    Rhethorische Frage sind für einen Blog ehr doof. Da fehlt die Diskussionsgrundlage. ;-)

    Ja, interessant ist es auf jeden Fall… auch wenn man nie eine Antwort finden wird - sie ist einfach viel zu -ähm- einfach. :)

  4. Jackettfritze

    Eine rhethorische Frage ist genauso doof wie ein normaler Satz: beide bringen eine Meinung zum Ausdruck; der Satz auf direkte weise, eine rhethorische Frage etwas geschickter. Nicht eine Antwort auf die Frage ist in solchem Falle gesucht, sondern Kommentare, Meinungen, Erfahrungen und Diskussionen zum Thema selbst! ;)

    Wie dem auch sei - vielen Dank für deine Kommentare! :)

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