20. September 2007Glücklich & Schön
Ich bin ja manchmal erstaunt, was manche Leute so als schön bezeichnen, wann es ihnen gut geht — und vorallem bin ich erstaunt, wie unterschiedlich die Auffassungen darüber sind.
Man nehme mich: mir geht es gut — so richtig gut — wenn ich ein paar Tage mit einer Hand voll Freunde in einer abgelegenen Hütte im Thüringer Wald verbringe, inmitten von Schnee; das Licht kommt mangels elektrischem Strom von Kerzen, das Wasser wird jeden früh mittels Kanistern von einer 500 Meter entfernten Trinkwasserquelle geholt, und zu Essen gibt es Wurstbrote oder Linseneintopf aus der Büchse. Früh aufstehen, viel Bewegung, abends gemütliches Beisammensein bei einem Bierchen, einem Kartenspiel oder Gesang.
Andere hingegen würden in dieser Umgebung eingehen, wahnsinnig werden. Dort siedelt sich das Gut-gehen-lassen irgendwo an bei einem weichen Bett, gutem Essen, langem Ausschlafen, Shoppen, Clubbing, Kulturschock und Ähnlichem.
Also, man verstehe mich nicht falsch. Nicht, dass mir letzteres Szenario nicht auch gefallen würde; nur… Irgendwie macht es mich nicht vollkommen glücklich, irgend etwas fehlt immer unterschwellig: das Einfache.
Woher rühren bloß solche Unterschiede?



