21. October 2006Kontrolle
“Wir” sind vollkommen abhängig von unserem Körper.
Klingt nicht sonderlich weltbewegend, aber man muss es sich erstmal vor Augen führen. Schließlich ist unser Ich zu 100% von den Informationen abhängig, die es vom Unterbewusstsein und vom restlichen Körper zugespielt bekommt. Im harmlosesten Falle werden wir Opfer einiger optischer Täuschungen in einem bunten Büchlein. Aber aufgrund physischer oder psychischer Defekte kann für uns alles Mögliche Realität werden.
Und dann wäre da noch… Wir sind keineswegs Herr über uns selbst. Erst kürzlich habe ich von Wissenschaftlern gelesen die meinen herausgefunden zu haben, dass das Gehirn unser Bewusstsein nur graduell “einschalten” würde. Kennt ihr das, wenn ihr irgendwo Gedankenverloren durch die Gegend lauft und irgendwann plötzlich wieder “aufwacht”? Tja, dann hatte euer Bewusstsein gerade nix zu tun.
Was, wenn (ja, hier kommt meine Phantasie zum Zug) plötzlich irgend etwas aussetzt im Kopf und wir vollkommen auf unterbewusste und/oder eingeübte Handlungen und Reaktionen umschalten? Oder wenn wir Dinge als Real sehen, die es gar nicht gibt - nicht etwa, weil wir sie uns einbilden, sondern weil wir sie uns tatsächlich selbst wahrnehmen lassen?
“Ich weiß, was ich letzte Nacht gemacht habe.” Sicher!? Geschlafen? Wirres Zeug geredet? Dreimal aus dem Bett gefallen und im Halbschlaf wieder reingeklettert? Oder ganz schlafgewandelt?
– Okay, soviel zur Phantasie. Aber ist doch wahnsinn, auf was für wackeligen Beinen die von uns so fest geglaubte Realität steht, oder?
(Aus der Reihe “Dinge, die mir einfallen, wenn ich behaupte, dass mir nix einfällt”)



